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Biografie

Geboren in St. Petersburg in 1980, Sergej Tchirkov studierte Akkordeon, Musikwissenschaft und Musikpädagogik am St.Petersburger Staatlichen “Rimsky-Korsakow” Konservatorium (Akademie) und von 2003 bis 2005 wirkte dort als Lehrbeauftragter. Er besuchte mehrere Meisterkurse für Komposition von Sergej Slonimski, Paul-Heinz Dittrich und Ernst-Helmuth Flammer.

Er ist Preisträger bei mehrehen internationalen Wettbewerben, darunter Coupe Mondiale, Città di Castelfidardo und Lasse-Pihlajamaa-Wettbewerb, und war Stipendiat des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau (2004-2005).

Besonders intensiv widmet er sich der zeitgenössischen Musik und hat mit vielen Komponisten zusammengearbeitet, u.a. mit Oscar Bianchi, Pierluigi Billone, William Blank, Marko Ciciliani, Hanna Eimermacher, Ivan Fedele, Tamara Friebel, Peter Jakober, Esajas Järnegard, Thomas Kessler, Matthias Kranebitter, Klaus Lang, Phillippe Leroux, Ida Lunden, Sergej Newski, Helmut Oehring, John Palmer, Elena Rykova, Mathias Steinauer, José-MariaSanchez-Verdú, Martin Schlumpf, Dieter Schnebel, Alfred Zimmerlin, Gérard Zinsstag. Mehr als 250 Werke für/mit Akkordeon wurde durch Sergej Tchirkov uraufgeführt.

Seit 2005 war er Gast bei zahlreichen Festivals für zeitgenössische Musik u.a. den Dresdner Tagen der zeitgenössischen Musik, dem Klangspuren Schwaz, dem Archipel Genf, dem Rümlingen Festival, dem Audio Art Krakau, dem Wien Modern, dem Moscow Forum, den Sound Ways, dem Territoria Festival und war Artist-in-residence beim PASImusic Festival in Kuopio in 2014.

Als Gast-Dozent hat Meisterkurse und Vorlesungen über Interpretation Neue Musik, sowie Kompositionsaspekte z.B. an der Hochschule der Künste Zürich, der Universität Göteborg, der Kunstuniversität Graz, der Norwegian Academy of Music, dem Kuopio Konservatorium, dem Genfer Konservatorium, der Perm Staatliche Pädagogische Universität, dem EMS-Stockholm und dem Centre of Cypriot Composers gehalten und nimmt regelmässig an musikwissenschaftlichen Konferenzen und Tagungen teil. Seine Analyse mit Kommentar zu John Palmers „Drang“ wurde als Lehrmittel für Kurse an Neuer Musik durch die Prüfungskomission empfohlen.

In 2011-2014 war er als Dozent an der Internationalen Akademie des Moskauer Ensemble für Zeitgenössische Musik tätig.

Sergej Tchirkov war Experte für müsikalische Programme des Pro Arte Instituts. Seit 2011 ist er Vorsitzender des Expertenrats des St. Petersburg Contemporary Music Cente und ist für die künstlerische Leitung des St.Petersburg International Festivals of Contemporary Music mitverantwortlich. Tchirkov war Redakteur der Webseite Contemporary Swiss Music der Remusik Stiftung und Kurator des Alpenfest 2014 und desNew Media Theatre: Spendor of Colour/Interferences - der umfangreichen Festivals der zeitgenössischen schweizer Musik in Moskau.

Sergej Tchirkov konzertierte u.a. zusammen mit dem Orchester des Mariinsky Theater, dem Musica Aeterna Ensemble, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Staatlichen "Swetlanow" Orchester, der St.Petersburg Philharmonie unter Valery Gergiev, Teodor Currentzis, Vladimir Jurowski, Timothy Redmond.

Er tritt regelmässig als Gast mit Collegium Novum Zürich, Ensemble Batida, Ensemble United Berlin auf und hat mit mehreren Ensembles zusammengearbeitet, darunter Ensemble Proton Bern, Garage Ensemble Köln, Ensemble Interface Frankfurt, MCME, eNsemble St.Petersburg, Ensemble für Neue Musik Zürich, KNM - Kammerensemble Neue Musik Berlin, AJO Ensemble Bodø, ein Duo mit Natalia Pschenitchnikova, ein Trio mit Peter Veale und Seth Josel. Sein besonderer Fokus liegt auf der Medienkunst, sowie auf transdisziplinären und musiktheatralischen Projekten.

Von 1999 bis 2002 war Sergej Tchirkov Koordinator des Osteuropäische Nachrichten für Akkordeon (AWW), von 2009 bis 2010 wirkte er als Stellvertretender Direktor des Staatlichen Russischen Konzertorchesters in St.Petersburg.

Seit 2012 arbeitet Tchirkov als stellvertretender Künstlerischer Leiter des Studio für Neue Musik Ensembles, sowie Vortraggeber und Interpret am Zentrum für zeitgenössische Musik des Staatlichen Tschaikowski Konservatoriums in Moskau.

© Sergej Tchirkov 2020